Die Leeward Islands

Die Leeward Islands

Reisebericht Karibik - Leeward Islands 2026

Marina Bas du Fort auf Guadeloupe
Guadeloupe
Isles de Saintes
Leeward Islands Guadeloupe Antigua and Barbuda
Leeward Islands Guadeloupe Antigua and Barbuda

Anreiseinformationen

Neben der Air France bringen einen mehrfach täglich Fluggesellschaften über Paris Charles de Gaulle nach Pointe-a-Pitre auf Guadeloupe. Ich verbringe die Nacht von Freitag auf Samstag in relativer Nähe zur Marina in einem Appartement. Dieses befindet sich in Bas du Fort, dieser Ort grenzt aber direkt an Pointe-a-Pitre. Wie an so vielen Orten dieser Welt versucht auch hier der eine oder andere Taxifahrer, noch ein paar Extra-Euros aus den Taschen der Touristen zu entlocken.

Ich habe hervorragende Erfahrungen mit Cocos Taxidienst gemacht. Für 30 Euro bin ich von der Marina an den Flughafen gefahren worden. Mit mehreren Fahrgästen wird man sicherlich mehr bezahlen, man soll aber unbedingt darauf achten, dass nicht eine Person einen Preis ausmacht und dieser mit der Anzahl der Fahrgäste multipliziert wird. Eine Busverbindung existiert zu den An- und Abfahrtszeiten meines Wissens nicht.

Unter drei Kilometer zur Charterbasis - das kann ich laufen, auch wenn ich meine fast 23 Kilo Gepäck hinter mir herzerren muss. Aber Vorsicht! Der Liegeplatz der Katamarane von VPM Bestsail befindet sich nicht direkt in der Marina, sondern ist neben dem Coco Kafé durch einen separaten Eingang zu erreichen. Ich hatte versucht, die Eingangstür zu öffnen, was mir nicht gelungen ist. Anscheinend war die Tür nur leicht verklemmt, was mir einen zusätzlichen Weg zum eigentlichen Marina-Eingang und zurück von fast zwei Kilometern beschert hatte. Noch nicht an die hohe Luftfeuchtigkeit und die höheren Temperaturen gewöhnt, zusätzlich mit Gepäck, kein wirkliches Vergnügen.

Marina Bas du Fort auf Guadeloupe

Für den Einkauf der Lebensmittel organisiert man sich am Besten wieder einen Taxifahrer, da geeignete Einkaufsmöglichkeiten etwas weiter entfernt sind. Man kann auch online bestellen und sich dies liefern lassen, das muss aber deutlich vor der Abreise organisiert werden. Ob alles so wie gewünscht geliefert wird, kann ich nicht beurteilen. In Deutschland hat dieses Experiment bei mir einmal überhaupt nicht funktioniert.

Die beiden Restaurants in der Nähe unseres Liegeplatzes sind nicht preisgünstig, eine Reservierung vorab ist obligatorisch. Da wir diese nicht vorgenommen haben, gehen wir wieder zur Marina. Und ich muss feststellen, dass der Weg ohne Gepäck deutlich kürzer erscheint.

Im Gegensatz zu den Windward Islands beim Start von Martinique müssen wir die Zollformalitäten noch nicht erledigt haben, da wir einige Tage in Guadeloupe verbringen. Die Formalités déclaratives wickelt man an der Nordwest-Spitze von Guadeloupe Terre Basse (der linke Flügel des Schmetterlings, den man mit etwas Fantasie an den Umrissen des Landes erkennen kann) in dem kleinen Ort Deshaies ab. Auf die damit einhergehenden Tücken werde ich später eingehen.

Reiseverlauf

Îles des Saintes

Unser erstes Ziel ist die Inselgruppe Îles des Saintes südwestlich von Gouadeloupe. Die Etappe umfasst zirka 25 Seemeilen und ist ideal für den Einstieg in die Reise. Die Ausfahrt aus der Marina sieht nicht unproblematisch aus, es ist aber nicht erforderlich, allen Lateralzeichen zu folgen. Die beiden Untiefentonnen, an denen man östlich vorbeifährt, reichen nach dem Passieren der ersten Riffe aus. Wichtiger ist es, den vielen Fischernetzen, die sich entlang der Küste befinden, Beachtung zu schenken.

Wir steuern die Hauptinsel Terre-de-Haut an und suchen uns eine freie Boje. Obwohl wir in der Nebensaison unterwegs sind, ist die Belegung beeindruckend. Wir finden eine der wenigen freien Bojen (waren es wirklich nur 2?) und machen mittels einer weit ausgelegten Leine über unser Heck fest. Ob man die Boje auch über den Bug aufnehmen kann, haben wir nicht versucht. Zumindest wird direkt an dem Ring über der Boje festgemacht. Wir müssen nicht lange warten, bis ein kleines Motorboot zum Kassieren der 16 Euro Liegegebühr längsseits geht. Ein Schnäppchen.

Der Ort verfügt über viele touristische Annehmlichkeiten, sodass wir in einem Restaurant mit Blick über die Bucht zu Abend essen.

Am nächsten Tag machen wir uns zu Fuß auf den Weg zum Fort Napoléon des Saintes. Absolut zu empfehlen, belohnt uns doch der Aufstieg mit einem großartigen Blick über die Bucht. Das Fort selbst haben wir nicht besucht, dafür ist auch ein Eintritt fällig. Aber auch der Weg bietet genügend Möglichkeiten auf schöne Panoramen.

Restaurant Le Genois

Telefon: +590 590 98-2599

Nah an der Anlegestelle für die Dinghis gelegen befindet sich das Restaurant Le Genois. Mit der typischen westindischen Küche und einem tollen abendlichen Blick über die Ankerbucht direkt am Wasser gelegen kann man den Abend hervorragend ausklingen lassen.

Empfehlenswerter Kontakt

Wir verlassen die chronologische Erzählung (welche sich hier fortsetzt) und komplettieren die Eindrücke von der Îles des Saintes, die wir auf der Rückreise noch einmal besucht haben. Die südliche Westküste von Guadeloupe erschien uns wenig reizvoll, um dort eine Nacht vor Anker zu verbringen. Eine Schnellstraße direkt am Ufer und die Steinbefestigungen locken einen nicht, den letzten Abend dort zu verbringen. Dennoch war ich verwundert, wie viele Boote diese Möglichkeit gewählt haben. Bedeutet dies, dass die anvisierte Anker- und Schnorchelbucht an der Insel Terre-de-Bas ebenfalls überfüllt ist?

Lange vor unserer Ankunft konnten wir erkennen, dass sich einige Boote am Ufer der Anse de Dos, der westlichsten Möglichkeit, einen Ankerplatz zu finden, niedergelassen haben. Ein Navily-User spricht davon, dass die Bucht nur für 3 Boote geeignet wäre, die Anzahl der Masten übertrifft diese Zahl. Wir schauen uns das trotzdem mal genauer an, andere Optionen haben wir bei fast 20ktn Wind verworfen.

Zu unserem Glück verlässt kurz vor unserer Ankunft ein Schiff die Bucht, leider konnte ich nicht erkennen, welche Position diese eingenommen hatte. Wir werfen den Anker so nah wie möglich am Ufer, ein Privileg der Katamaran-Segler. Die veralteten Seekarten an Bord sprechen noch von irgendwelchen Einschränkungen nahe eines Anlegesteges, dieser hat sich aber beim letzten Hurricane mehr oder weniger verabschiedet. Beim Untersuchen des Platzes mittels Schnorcheln können auch keine besorgniserregende Hindernisse festgestellt werden.

Durch ein tolles Ankermanagement der anderen Boote bricht die Nacht über die mit mittlerweile sieben Booten gefüllte Bucht ein. Wir haben die Pole Position zum Land hin. Durch den plötzlich nachlassenden Wind und das unkoordinierte Drehen einiger Yachten legen wir noch ein paar Fender aus, auch wenn wir das von anderen Schiffen so gut wie nie beobachtet haben. Es schläft sich aber einfach etwas besser.

Îles des Saintes - Die Rückkehr

Nach unserem Besuch der Îles des Saintes geht es die Westküste Guadeloupes entlang. Die Landschaft rauscht an uns vorbei, sehr grün, beinahe lässt sich ein Urwald im Landesinneren vermuten. Die Küste selbst ist allerdings nicht reizvoll. Die Windbedingungen sind ebenfalls nicht ideal. der Ostwind rauscht süd- und nördlich an Guadeloupe vorbei, um sich nach ein paar Meilen umzukehren. Sowohl bei der Hinfahrt als auch backway konnten wir feststellen, dass auf Höhe Mitte der Insel der Wind aus Westen kommt, um nach ein paar Seemeilen komplett einzuschlafen.

Der erste interessante Ort, den wir nach der Wanderung zum Fort Napoleon des Saintes aufgrund der fortgeschrittenen Zeit auch als Übernachtungsplatz auswählen, ist das Cousteau-Reservat bei Malendure. Wenn man sich die verlinkte Webseite ansieht, scheint es sich um ein besonders geschütztes Meeres-Reservat zu handeln, die Auswahl des Ankerplatzes war tatsächlich auch alles andere als leicht. Speziell ausgewiesene Ankermöglichkeiten eröffnen nicht viele Optionen. Vorher habe ich mir noch die App Nav&Co heruntergeladen, die mir auch nur bedingt weiterhilft. Schaden kann es aber meiner Ansicht nach nicht, dort mal einen Blick zu riskieren. Auf dem Weg zum maritimen Schutzgebiet muss man gemäß der alten Seekarte noch ein Schießgebiet der Marine durchfahren, Aktualisierungen des Kartenmaterials zeigen aber an, dass dieses Gebiet deutlich verkleinert wurde. Die Masten, die bei Übungen die Flagge Foxtrott gesetzt haben sollen, habe ich an Land auch nicht entdecken können.

Die letzte Etappe Guadeloupes steht an, es wird Zeit, sich mit den Ausreiseformalitäten zu beschäftigen. Die Online-Ausreise ist vorbereitet, das Ausfüllen ist allerdings als Fleißarbeit zu bezeichnen. Idealerweise hinterlegt man die Crewdaten inklusive der Eingabe der Passdaten bereits vor der Abreise. Dazu habe ich eine ausführliche Dokumentation erstellt, die sowohl in Martinique als auch Guadeloupe Gültigkeit besitzt.

Der Ort, den man dafür in der Regel nutzt, ist Deshaies. Meine Unterlagen informieren mich darüber, dass die Öffnungszeiten des Büros bis 16 oder 17 Uhr sein sollen, schnell lernen wir jedoch, dass der Feierabend deutlich früher eingeläutet wird. Wir wollten uns eine Boje in Deshaies auswählen - und werden nicht fündig, alles komplett belegt. Also ankern. Und das ist an diesem Ort problematisch. Der Wind bläst stetig erst aus Ost, wir legen das Boot relativ nah an das Bojenfeld. Leider wird sich dies bei Einbruch der Dunkelheit dramatisch ändern. Der Wind schläft komplett ein, der Schwell und die Strömung sorgen dafür, dass alle Boote durcheinander schwojen. Unser Nachbar an der Boje weist mich unfreundlich darauf hin, dass wir zu nah an den Bojen geankert haben. Sehe ich auch. Meinen Hinweis, dass ich die Situation unter Kontrolle habe und noch warte, bis die Crew wieder da ist, bequäkt unser Nachbar so lange, dass ich eigenständig den Anker einhole und einen Platz in der für die Wetterbedingungen engen Bucht suche. Dabei wird meine mir liebgewonnene Segelbrille abhanden gehen, eine ärgerliche Angelegenheit. Nach einigen Pirouetten finde ich einen mehr schlechten als rechten Platz. Im Verlauf des nächsten Morgens werden wir sehen, dass wir einer anderen Yacht bedrohlich nahe kommen. Zum Glück ist dort ein entspannter Skipper an Bord. Schlecht wird mir allerdings, als ich erkenne, dass ich quer durch weitere Fischernetze gefahren bin. Zum Glück ist nichts passiert. Ankern in Deshaies - das ist schon was für den Fortgeschrittenen-Kurs.

Guadeloupe Deshaies Ankerbucht
Guadeloupe Deshaies Ankerbucht

Nachdem wir am nächsten Morgen endlich unsere Stempel zur erlaubten Ausreise in dem Bürocontainer des Hafens von Deshaies erhalten haben, kann es endlich, wenn auch viel zu spät, Richtung Antigua gehen. Mehr als 40 Seemeilen liegen vor uns.

Antigua

Entspannt kommen wir nach einer fast zehnstündigen Überfahrt an der Südküste Antiguas an. An Einklarieren ist nicht mehr zu denken. Meine Überlegungen, English Harbour oder Jolly Harbour zu erreichen, verwerfe ich. Es sollte ja egal sein, wo man mit gehisster gelber Flagge ankert. So fällt die Wahl auf die Carlisle Bay. Ein Hotelkomplex befindet sich am Strand, aber wir sehen nur wenige Gäste. Ein schöner Ort und eine große Ankerbucht.

Am nächsten Tag machen wir uns mit noch immer gesetzter Flagge Quebec (gelb) auf den Weg, nehmen noch einen Ankerstopp bei starkem Wind, um dem Schwimmwunsch nachzukommen, sodass wir erst am Nachmittag in dem vorab reservierten Hafen von Jolly Harbour einlaufen.

Ich wurde darüber informiert, dass mein ursprünglicher Plan, erst im Hafen festzumachen und dann zur Customs and Immigration zu gehen, vollkommen naiv ist. Zuerst gilt es einzuklarieren. Somit begeben wir uns an den Steg der Immigration und machen uns nichts Böses ahnend auf den Weg ins Büro. Das Einklarieren ist über die Webseite von eSeaClear vorbereitet, die 24h-Frist, die in den meisten Ländern zum Einklarieren gilt, ist eingehalten. Dies wird allerdings in jedem Hoheitsgebiet anders ausgelegt, sonst wären die folgenden Diskussionen nicht möglich. Der Officer will mehrfach wissen, wann wir wo waren und warum wir nicht sofort eingereist sind. Nach fünfmaliger Wiederholung des unglücklichen Sachverhalts macht er uns mehrfach darauf aufmerksam, dass normalerweise eine hohe Geldstrafe fällig gewesen wäre. Hätte er geahnt, dass wir entgegen unseren Angaben noch ein paarmal ins Wasser gehopst sind, hätte es richtig gekracht. Ein befreundeter Skipper hat mir berichtet, dass im English Harbour ebenfalls nicht einklarierte Gäste beim Schwimmen erwischt wurden und eine deftige 4-stellige Strafe aufgebrummt bekommen haben. Einklarieren in Antigua? Nicht auf die leichte Schulter nehmen!

Wir melden uns in der Marina per Funk an und werden zu unserem Liegeplatz am letzten Steg gelotst. Es wird völlig unüblich für die Karibik an zwei Dalben festgemacht, die man passieren muss, bevor man mit dem Heck (stern to) anlegt. Da kommt doch Freude auf, schließlich gehört diese Art des Festmachens zum Standardrepertoire des Ostsee-Seglers. Der passende Adapter für den Stromanschluss lässt sich nicht finden (ein Punkt, dem ich bei der Übergabe nicht ausreichend Beachtung geschenkt hatte, in den Windwards haben wir nie in einer Marina festgemacht). Die freundlichen Nachbarn funken aber mal kurz herum und tatsächlich findet sich ein hilfsbereiter Kanadier, der uns mit dem Adapter aushilft. Jolly Harbour ist aufgrund der vielen Dauerlieger aus den us nicht wirklich karibisch geprägt, für einen lustigen Karaoke-Abend und vor allem zum Auffüllen der Vorräte aber bestens geeignet.

Weiter geht es nach Norden in Richtung Barbuda. Vorher wird ein Mittagsstopp in der Deep Bay eingelegt. Gelegenheit zum Schnorcheln, ragt doch der Schornstein des Wracks der versunkenen Andes in der Mitte der Bucht leicht aus dem Wasser.

Die Rezensionen auf Navily berichten fast in jedem Posting von den unangenehmen Jetskimofa-Fahrern. Erst dachte ich, da war man wohl etwas empfindlich, nach einer halben Stunde kann ich mich dem allerdings uneingeschränkt anschließen. Der Motor dieses Gefährts soll wohl irgendwelche schwerwiegenden Defizite des Fahrers (das Wort ist bereits gegendert) überdecken. Zum Glück kommen alle Schwimmausflügler wohlbehalten zurück.

Vorbei an einer Pipeline zum Befüllen oder Löschen der Ladung von Tankschiffen versuche ich abermals vergeblich, die gesichteten Seezeichen auf meinem unterschiedlichen Seekarte oder Plotter zu finden. Offensichtlich gibt es relativ neue gelbe Tonnen, die ein Befahrensverbot markieren. Vielleicht steht etwas in den mehrere Seiten umfassenden Aktualisierungshinweisen der Imray-Karten, die natürlich nicht in unseren Papierkarten aktualisiert worden sind. Wir fahren den Locals hinterher, die mit ihren Tagesausflugs-Katamaranen unterwegs sind. Pragmatischer Ansatz.

Die letzte gute Ankerbucht vor dem Sprung nach Barbuda ist die Dickenson Bay. Ein riesiges Ankerareal, aber teilweise auch sehr flach. Wir werfen den Anker zuerst im nördlichen Teil, um einen Blick auf die in Strandnähe platzierte englische rote Telefonzelle zu erhaschen, dann verlegen wir noch einmal ganz in die Nähe einer schwimmenden Bar, in der es heiß hergeht. Enttäuschenderweise ist diese Party aber ganz schnell beendet und war sowieso eine geschlossene Gesellschaft. Also müssen wir unsere Privatbar an Bord öffnen. Auch nicht das Schlechteste.

Barbuda

Unser Immigration-Officer hat nach mehrmaligen Nachfragen bestätigt, dass ein weiteres Einklarieren in Barbuda nicht erforderlich ist. Wir sind noch im gleichen Land, die beiden Inseln gehören zusammen. Aber irgendwo hatte ich in den Tiefen des Internets etwas gefunden, dass die Zollformalitäten, die Customs, dennoch bei der Einreise in der Stadt Codrington erledigt werden müssten. Aber kann man dies überhaupt als Stadt bezeichnen? Barbuda hat eine Einwohnerzahl von ca. 1.600 Personen, ein Großteil lebt an dem genannten Ort. Allerdings gelangt man dort nicht so einfach hin. Vor 10 Jahren befand sich ein langer Strand vor einer Lagune, die den Ort vor dem offenen Meer geschützt hat. Seit dem Hurrikan Irma, der direkt über Barbuda gezogen ist, ist die Codrington Lagoon nach Westen über mehrere hundert Meter aufgerissen. Mit dem Dinghi kann man durch einige in den Meeresboden gesteckte Äste als Markierung in die Lagune fahren. Diese Einfahrt hat allerdings ihre Tücken. Selbst bei wenig bewegter See treffen hier die Windsee und ein unangenehmer Schwell aufeinander. Ob dieser von entfernten Wetterereignissen rührt oder ob die Springtide solche Auswirkungen hat, schließlich haben wir Vollmond, kann ich gar nicht genau sagen. Dass man an der Einfahrt sehr vorsichtig sein muss, um nicht aus dem Dinghi gespült zu werden, allerdings schon. Zudem ist da noch die Unsicherheit, ob die abgebrochenen Bäume denn tatsächlich die Einfahrt markieren. Das Wasser ist so klar, dass man den Grund sehr gut sehen kann, wenn die Sonne darauf scheint. Und das sieht verdammt flach aus. Die vielen Squalls um uns herum, die uns zum Glück nicht direkt treffen, verändern beim Durchzug die Sichtverhältnisse massiv, was das Schätzen der Wassertiefe weiter erschwert.

Der ausgiebige Strandspaziergang wird beendet und der Anker eingeholt. Wir entschließen uns, die Nine Feet Bank zu umfahren, einige Yachten fahren auch direkt darüber. Nine Feet Wassertiefe würden genügen. Das Gebiet liegt allerdings hinter dem Palmetto Point, einer Landzunge, die von viel Sand umspült ist. Da es möglich ist, dass sich eine Sandbank geringer Tiefe gebildet hat, ersparen wir uns den thrill.

Die Seekarte weist als Untergrund häufig Co, also Korallen aus, allerdings gibt es auch so viele sandige Stellen, dass ausreichend Platz zum Ankern vorhanden ist. Diese Weitläufigkeit braucht man auch. Am Coco Point reiht sich ein Schiff an das nächste. Und tatsächlich benötigen wir am Princess Diana Beach zum ersten und einzigen Mal einen weiteren Ankerversuch.

Wie schon auf der gesamten Reise kann man zahlreiche Schildkröten sehen, die fast eine Minute lang ihren Kopf recken, um dann wieder abzutauchen. Allerdings haben sich die Delfine bisher rar gemacht.

Die Hälfte unserer Reise ist schon absolviert, die Suche nach einem Restaurant am Abend leider erfolglos geblieben. Für ein Lobster-Essen am Strand ist eine Vorab-Reservierung von 24h erforderlich. Wir beraten kurz und entschließen uns, einen weiteren Tag an diesem eigentlich wunderschönen Ort zu verbringen. Bedauerlicherweise hat ein gewisser Robert de Niro einen Großteil des Landes für Eat-the-Rich - Kandidaten erworben und ein Luxusresort errichten lassen. Ein Strandspaziergang ist drin, sobald man 50m ins Landesinnere spaziert, wird man unmissverständlich darauf hingewiesen, dass es sich um Privatbesitz handelt und nicht betreten werden darf. Dies stellen zahllose Sicherheitskräfte und Checkpoints sicher. Meine Begeisterung für diesen Herrn ist deutlich abgekühlt, zumal wir von Einheimischen berichtet bekommen, dass er über ein bemerkenswert unsympathisches Auftreten verfügt.

Enoch's Shack A Kai - Bar

Telefon: +1 (268) 714-6612

Web: https://shack-a-kai.com/

Ich habe mich mit Empfehlungen schon leichter getan. Die Freundlichkeit ist ausbaufähig, zum Lobster wird nur eine Kartoffel in Alufolie gereicht, ich selbst hatte Hühnchen, die Portion war überschaubar. Andererseits ist die Location sensationell, so einen feinen weißen Sand habe ich bisher nirgends gesehen. Viele Optionen hat man am Princess Diana Beach nicht, wenn man Speisen gehen möchte. Probiert es aus.

Empfehlenswerter Kontakt

Der Dienstag bricht bereits an, nun heißt es Abschied nehmen von Barbuda und vor allem, sich etwas zu sputen. Die Etappen werden etwas üppiger ausfallen. Schließlich haben wir 7 Tage benötigt, um hier anzukommen, nun haben wir 4 Tage Zeit, die Chartermarina zu erreichen. Um die Strecke nicht zu lang werden zu lassen, fahren wir an der Ostseite von Antigua bis zum English Harbour. Die Segelanweisung der Imray-Karte liest sich herausfordernd. Ob die Karte A271 an Bord ist, lasse ich unbeantwortet. Das Wetter ist uns allerdings gewogen, wenn auch der Wind etwas stärker sein könnte. Eine Zeitlang brummen die beiden Dieselmotoren, um uns voranzuschieben. Sorgfältig navigieren wir uns durch die vorgelagerten Riffe und halten uns möglichst fern von denen als gefährlich beschriebenen Bereichen.

Das Wasser an Bord wird knapp, sodass wir beschließen, eine Marina anzulaufen. Die Rückmeldungen kommen zögerlich bis gar nicht, einzig die Falmouth Marina sendet uns eine Bestätigung und ruft dazu 6,5 us$ per feet a day auf. Nicht wirklich günstig, allerdings haben die Liegeplätze an diesem ehrwürdigen Ort alle ihren Preis.

Unsere kleine Tania gesellt sich zu den Megayachten, die in diesem Hafen festgemacht haben. Wirklich beeindruckende Segler liegen hier an ihren Festmacherleinen. Der Empfang im Hafen ist mehr als freundlich. Die Duschgelegenheiten und Toiletten allerdings sind dann doch eher Durchschnitt. Da haben wir uns mehr erwartet.

Obwohl wir uns am Nachmittag einigermaßen zeitig auf den Weg gemacht haben, ist die customs and immigrations bereits geschlossen. Am erweiterten Weg der Büros Richtung Liegeplätze liegt die Berliner Magic Star, die von meinem damaligen Segellehrer über den Atlantik geführt wird. Es ist jedesmal wieder unglaublich, wie oft man an den entferntesten Orten dieses Planeten bekannte Menschen trifft. Nach einem lustigen Steg-Klönschnack machen wir uns zurück in die Marina und bereit für den Landgang.

Wir verlassen Antigua and Barbuda

Trappas Restaurant

Telefon: +1 (268) 562-3534

Web: https://trappasantigua.com/

Wie in so vielen Restaurants der bereisten Gebiete gilt auch hier trotz Nebensaison: Unbedingt vorher reservieren, vor allem, wenn man mit einer größeren Gruppe unterwegs ist.

Empfehlenswerter Kontakt

Bereits einige Minuten vor 08am stehe ich an den Ausreisebüros, relativ pünktlich öffnen diese dann auch. eSeaClear ist ausgefüllt und abgesendet, dies verkürzt die Abfertigung deutlich. Nicht auszudenken, an einem der bereitstehenden Computer noch die Datenerfassung vornehmen zu müssen. Galant werde ich von einer Kanadierin "überholt", aber so kann ich mir ansehen und -hören, welche Formulare auszufüllen und vor allem welche Fragen gestellt werden. Angefangen bei der Port Authority, die mir ohne schlechtes Gewissen eine Rechnung von 130 Euro für die Ausreise präsentiert, über customs, die mich nach einer wilden Dokumentenstempelei zur Pass-Stelle schickt, ich aber nochmals wiederkommen darf.

Anscheinend ist man noch nicht ganz wach. Ich habe einen eigenartigen Stempel in meinem Reisepass: Immigration cancelled. Schön in rot mal eine andere und auffälligere Farbe. Auf der nächsten Seite prangt der Ausreisestempel wie erwartet. Das Datum: 01.04.2026. Ah ja, bei dem Cancel-Fall steht der 31.03. Da hat man wohl offenkundig vergessen, das Datum am Stempel zu aktualisieren.

Schon nach annähernd 30 Minuten sind wir durch, nun lösen wir uns noch schnell bei der Marina aus. Schnell funktioniert nicht ganz, denn die Computer zur Rechnungserstellung sind out of order. Wir diskutieren die wildesten Lösungsmöglichkeiten, um dann irgendwann doch ganz gewöhnlich mit Kreditkarte zu zahlen. Es muss nicht immer einfach sein.

Aber rechtzeitig sind wir wieder auf dem Wasser und nehmen die Grand Anse von Guadeloupe ins Navigationsvisier. Wieder eine lange Fahrt, aber die minutenlange Begleitung eines jungen Pottwals versüßt uns die Reise.

Grand Anse an der Nordwestspitze von Guadeloupe soll unser nächtlicher Ankerplatz werden. Am späten Nachmittag erreichen wir unser Ziel. Die Idee, mit dem Dinghi an Land überzusetzen und ein Restaurant aufzusuchen, verwerfen wir aber schnell. Der Schwell zaubert eine Welle an den Strand, bei dem ein Anlanden unmöglich erscheint.

Einklarieren beim Customs Office in Deshaies werden wir zur vorgerückter Stunde auch nicht mehr können. Der morgige Donnerstag wird uns wieder einen weiten Schlag bescheren, also nochmal rein ins Getümmel von Deshaies. Noch mehr Nebensaison, aber immer noch nicht weniger Schiffe. Wir sichern uns noch einen akzeptablen Ankerplatz und die Crew geht essen. Mir ist es hier zu unsicher, wieder haben wir nah an den Bojen geankert und der Stahlkatamaran neben uns bewegt sich nicht im Gleichklang mit dem Schwoien der anderen Boote. Diesmal geht aber alles gut über die Bühne.

Das Einklarieren erfolgt ohne Probleme, wir fahren die Westküste herunter, um den wie weiter oben beschriebenen Ankerplatz der Îles des Saintes einzunehmen.

Die letzte Etappe steht an. Entgegen der Empfehlungen nehmen wir die vermeintlich kürzeste Strecke an der Ostküste der Terre-Basse und werden mit unzähligen Fischerbojen konfrontiert. Der gegenan laufende Strom bremst uns zusätzlich. Squalls vorn, rechts, hinten - unfassbar, dass wir keinen einzigen Regenguss abbekommen. Und ebenso erfreulich, dass wir die letzten beiden Stunden komplett unter Segel vorankommen. Bis hinein in die Marinaeinfahrt können wir segeln und lassen das Tuch erst in der Abzweigung zur Tankstelle herunter. Chapeau, das hat wirklich gut geklappt, wir sind ein eingespieltes Team.

Eingeparkt am Liegeplatz, Rückgabe der Yacht und besonders wichtig, Rückgabe der Kaution - Wir genießen die letzten Stunden und die letzte Nacht an Bord. Der Mond leuchtet diesen schönen Moment aus.

SIM-Karte

Für die Verwendung von Smartphones gibt es zahlreiche Anbieter, um sowohl Daten- als auch Telefonvolumen zur Verfügung zu stellen. Nach Abwägigung der Vor- und Nachteile habe ich mich für SimOptions entschieden. Bezahlung mit Kreditkarte möglich, günstiger Preis (5,90 Euro für eine Woche und 1GB Datenvolumen) und eine hervorragende Verbindungs-Abdeckung lassen mich eine klare Empfehlung aussprechen.

Bargeld/Zahlungsmittel

Wechselt etwas Bargeld in East Caribbean Dollar (XCD, sprich „i ßi“). Man kommt in Antigua & Barbuda meist auch mit Kreditkarte klar, aber beispielsweise bei der Einreise in Jolly Harbour musste die Harbour fee mit XCD bar bezahlt werden.

Natur und Landschaft

Guadeloupe verfügt auf dem Schmetterlingsflügel links, Basse-Terre, über üppige Vegetation. Der südwestliche Teil erscheint schmucklos und ist für Segler von weniger Interesse. Los geht es erst in Malendure, dass sich ein attraktiver Strand zeigt. Je weiter nördlich man gelangt, umso eher begegnet man den Postkartenstränden.

Formalitäten

Nehmt es bitte nicht auf die leichte Schulter. Wird die Ein- und Ausreise in St. Lucia oder St. Vincent noch recht lax gesehen, wird man in Antigua regelrecht ins Kreuzverhör genommen, wann man wie eingereist ist, wo das Schiff ist, ob man bereits im Wasser war usw. Wichtig ist ebenfalls, dass die eSeaClear-Dokumente abgesendet worden sind, Antigua erbittet einen Versand 24h vor der Einreise. Sailclear, welches wir aus St. Lucia kennen, kann man wohl nutzen, das habe ich aber auch nicht ausprobiert. Zudem ist mir aufgefallen, dass Sailclear bei Start des Prozesses 25 us$ berechnet, eSeaClear steht auf der Rechnung der Port Authority nur mit 10 us$.

Ressourcen

Macht deutlich, dass das Wasser auf einer Yacht nicht wie zu Hause unendlich zur Verfügung steht. Man muss nicht 3x am Tag duschen. Wasser ist ein kostbares Gut und ist auf den kleinen Antillen nicht ohne weiteres unterwegs zu ergattern. Teuer ist es obendrein. Die Crew war auf dieser Reise hervorragend. Wir haben nur 2x in Antigua aufgefüllt, dies war in Jolly Harbour und Falmouth Harbour (bzw. English Harbour) in den Marinas möglich.

Hilfreiche Tipps