Totale Sonnenfinsternis in Mallorca
Der geplante Katamaran-Törn fällt zufällig in die Zeit der totalen Sonnenfinsternis als auch dem Höhepunkt der Sichtbarkeit der Perseiden-Sternschnuppen.
Marco
8/17/20262 min lesen


Seit Tagen wird über die Nachrichtenportale informiert, dass in Mallorca Straßen gesperrt werden, sogar das Militär für die Sicherheit sorgen und vermeiden soll, dass beim Betrachten der totalen Sonnenfinsternis Lagerfeuer errichtet werden. Und selbst über den Seefunk wird darauf hingewiesen, dass an der Westküste starker Schiffsverkehr erwartet wird. Was bleibt einem also übrig, als sich dies selbst anzusehen?
Vorab steht noch ein Besuch der Insel Cabrera auf dem Programm. Nur durch einen Zufall habe ich eine der reservierungspflichtigen Bojen ergattern können, die Woche war durchgehend ausgebucht. Wir wandern auf das Kastell und betrachten einen ganz normalen Sonnenuntergang. Wunderschön und auch die Sonnenfinsternis wäre von hier traumhaft zu betrachten gewesen. Wie viele Leute sich dann tatsächlich auf der kleinen Plattform gedrängt haben, wissen wir nicht. Aber das es sehr voll gewesen sein muss, steht außer Frage.
Fahren wir also zur Tramuntana. Bereits am Dienstag den Ankerplatz zu erreichen war weder der Plan noch zeitlich vernünftig umzusetzen. Also geht es nach einem schönen Stopp in Peguera auf an die wilde Westküste. So wie viele andere Yachten auch. Wir passieren die kleine Passage zwischen dem Festland und der Insel Dragonera und können endlich die Segel setzen. Vorher, wie so oft, kommt der Wind direkt aus unserer Fahrtrichtung, mit einem Katamaran nicht möglich, einigermaßen voranzukommen.
Die wenigen Ankerbuchten, die die Westküste anbietet, sind erwartungsgemäß hoffnungslos überfüllt. Sonst drängen wir uns gerne mal dazwischen, aber dann muss der Ankergrund auch zuverlässig sein. Hier ist doch mit vielen Steinen zu rechnen. Also genießen wir die Sonnenfinsternis an Bord mit einem fast unverbautem Blick. Zwei schwimmende Massenunterkünfte der Aida-Gruppe sind unterwegs, halten sich zum Glück aber etwas außerhalb unserer Betrachtungslinie. Und so werden wir unter Segeln Zeuge, wie sich die Sonne immer mehr verdunkelt. Bis es dann soweit ist: Der Mond bedeckt die Sonne vollkommen. Nur ein leuchtender Ring ist noch sichtbar, scheint angelehnt an die Eröffnungspassage des Films Herr der Ringe.
Nur 2 Minuten dauert dieser erhebende Moment. Wirklich hell wird es aber nicht mehr, schließlich versinkt die Sonne am Horizont, bevor tatsächlich eine der blöden Aidas Sekunden nach dem Sonnenuntergang durchs Bild dieselt.
Wir müssen nicht lange warten, bis die ersten Sternschnuppen sichtbar werden. Die Crew kann dieses Spektakel genießen, wir hadern etwas damit, dass die Navigationsbeleuchtung unter Segeln aufgrund einer defekten Lampe auf Backbord fehlerhaft ist. Mit wechselnder Beleuchtung fahren wir durch die Nacht, bis um 06:00 Uhr morgens das Ziel erreicht und der Anker auf den Sandboden fällt. Was eine aufregende Nacht!
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